Info für Patienten:

 

Schilddrüsenpraxis Nuklearmedizin Schilddrüsenkrankheiten Dr. med. Wolfgang Braun Augsburg  

Wußten Sie schon, daß in Bayern bis zu 40 Prozent der Bevölkerung an einem Kropf erkrankt sind?

Umfangreiche Untersuchungen in verschiedenen Betrieben in ganz Bayern mit Hilfe empfindlicher Ultraschallgeräte haben gezeigt, daß zwischen 35 und 42 Prozent der Untersuchten einen überwiegend bis dahin nicht bekannten Kropf haben. Bei ca. 20 Prozent der Untersuchten waren darüber hinaus ein oder mehrere Knoten festzustellen. Die Zahl der Knoten steigt mit zunehmendem Lebensalter.

Was ist die Konsequenz daraus?

Wenn irgendwo 100 Menschen versammelt sind, zum Beispiel im Sportverein, bei einer kulturellen Veranstaltung, in einem Betrieb, in der Kirche oder bei einer größeren Familienfeier haben ungefähr 40 Personen einen Kropf. Vielen ist dieser Umstand noch nicht bekannt. Es lohnt sich daher ein großzügiger Einsatz der Schilddrüsensonografie, die wesentlich empfindlicher und genauer ist als der tastende Finger selbst des erfahrensten Untersuchers.

Wird ein Kropf festgestellt, sollte in jedem Falle gleich als Erstmaßnahme eine gründliche Abklärung erfolgen. Bei knotigen Veränderungen gehört die Schilddrüsenszintigrafie unbedingt mit dazu. Diese sollte gegebenenfalls durch eine Feinnadelpunktion ergänzt werden, da nur auf diese Weise ohne eine Operation festgestellt werden kann, ob die Veränderungen gutartig oder bösartig sind.

Wir bieten in unserer Praxis die komplette Abklärung der Schilddrüse einschließlich Labor, Tumormarker, Calcitonin-Screening, Szintigraphie, Ultraschall, Feinnadelpunktion und Ermittlung der Jodausscheidung im Urin an. Bei gesetzlich Krankenversicherten ist ein auf das jeweilige Quartal ausgestellter Überweisungsschein erforderlich. Mitglieder einer privaten Krankenversicherung können den Nuklearmediziner direkt aufsuchen.

Sollten Sie Fragen haben, können Sie sich jederzeit gerne an uns wenden.

Ist Ihr Kind häufig müde, lustlos oder kann sich schlecht konzentrieren?

Hieran könnte die Schilddrüse schuld sein.

Deshalb sollten Sie Ihr Kind ab ca. 10 Jahren diesbezüglich einmal „durchchecken“ lassen.

Auch wenn Sie selbst bereits Schilddrüsenprobleme haben, ist eine Untersuchung sinnvoll, da bei bestimmten Erkrankungen wie z. B. Kropf, Über- und Unterfunktion oder eine Autoimmunthyreopathie die genetische Veranlagung eine große Rolle spielt.

So kann z. B. in der Pubertät durch Jodmangel ausgelöstes Kropfwachstum durch rechtzeitige Erkennung wieder vollständig geheilt werden!!

Zu diesem Zweck haben wir

ab 1. September jeden Donnerstag von 15-17 Uhr

(oder nach Vereinbarung)

eine spezielle Kindersprechstunde eingerichtet.

Telefonische Anfragen hierzu unter 0821/15 10 85

Die harmlose Untersuchung umfasst in der Regel Ultraschall und verschiedene Laboruntersuchungen.

Bei Fragen hierzu stehen wir Ihnen selbstverständlich gerne zur Verfügung.

Das Team der nuklearmedizinischen Praxis Dr. med. Wolfgang Braun, Schaezlerstr. 4, 86150 Augsburg

P.S.: Bitte beachten Sie: bei gesetzlich Krankenversicherten benötigen wir auch für die Angehörigen einen gültigen Überwei-sungsschein.

Ihre Ärztin/Ihr Arzt hat bei Ihnen die nach dem Berner Chirurgen de Quervain benannte akut-subakute Schilddrüsen-entzündung festgestellt, die im allgemeinen ca. 4 bis 8 Wochen im Anschluß an einen Infekt der oberen Atemwege auftritt und die auf Antibiotika nicht anspricht. Das vorliegende Informa-tionsblatt soll Ihnen einige nützliche Hintergrundinformationen vermitteln, damit sie, besser informiert, die Therapie überzeug-ter mittragen können.

Aufgrund der von Ihnen geäußerten Beschwerden (Spontan- oder Druckschmerz in der vorderen Halsgegend bzw. schmerz-hafte Anschwellung am Hals, zu den Ohren, in den Unterkiefer oder in die Schultern ausstrahlende, mitunter als Rheuma empfundene Schmerzen, Schluckbeschwerden, Schmerzen bei Bewegung des Kopfes, Schwitzen, Unruhe, Herzklopfen, Herzra-sen oder Herzjagen sowie unfreiwillige Gewichtsabnahme) vorausgegangener Virusinfekt ist bei Ihnen dieses Krankheits-bild geworden.

Typischerweise konnte Ihre Ärztin/Ihr Arzt einen schmerzhaften Knoten in der Schilddrüse tasten, im Blutbild wurde eine normale Zahl der weißen Blutkörperchen festgestellt, die Blut-senkungsreaktion war deutlich beschleunigt, und die Schilddrü-senhormonwerte im Blut waren erhöht.

Im Ultraschall konnten sogenannte echoarme, gegenüber der Umgebung unscharf begrenzte Herdbefunde festgestellt werden. Möglicherweise ist eine Feinnadelpunktion (Entnahme von Zellmaterial aus der Schilddrüse) erfolgt, wobei unter anderem sogenannte mehrkernige Riesenzellen und andere für dieses Krankheitsbild typische Zellformationen entdeckt worden sind. Möglicherweise wurden Sie von Ihrem Hausarzt bzw. Internisten oder Hals-Nasen-Ohrenarzt zu einem Spezialisten geschickt, der wahrscheinlich ein Szintigramm oder Schilddrüse durchgeführt hat und dabei sogenannte kalte Knoten, die das radioaktive Material, das Ihnen in eine Vene eingespritzt wurde, im Gegensatz zur gesunden Umgebung kaum aufgenommen haben, oder Ihre Schilddrüse hat kaum etwas von dem radioaktiven Stoff aufgenommen. (Nebenbei gesagt ist die Strahlenbelastung bei dieser Untersuchung äußerst gering, ungefähr so wie wenn Sie sich einen Tag im Hochgebirge aufgehalten haben. Bei einem Transatlantikflug bekommen Sie aufgrund der Strahlung aus dem Weltraum bereits ein Mehrfaches davon ab.)

Zur Behandlung haben Sie entweder ein Hormon aus der Nebennierenrinde (Kortison) oder ein sogenanntes nicht steroidales, nicht kortisonhaltiges entzündungshemmendes Mittel bekommen. In jedem Falle ist es notwendig, das verordnete Präparat ausreichend lange, nämlich 6-8 Wochen einzunehmen. Die Beschwerden bessern sich manchmal schon innerhalb weniger Stunden nach Beginn der medikamentösen Therapie. Es wäre jedoch ein Fehler, nach kurzer Zeit das verordnete Präparat abzusetzen. Dadurch wäre ein schwerer Rückschlag mit Übergreifen der Entzündungs auf die andere Seite der Schilddrüse zu erwarten.

Noch ein Hinweis zur Kortisonbehandlung: in der im allgemeinen verwendeten Dosis von 50 bis max 60 mg des häif verwendeten Prednison bzw. Prednisolon als Anfangsdosis, die wöchentlich, manchmal auch alle drei Tage, schrittweise reduziert wird, sind, wenn das Mittel täglich zwischen 6.00 und 8.00 Uhr morgens eingenommen wird, keine ernsthaften Nebenwirkungen inner-halb des Behandlungszeitraums von 6-8 Wochen zu erwarten. Deshalb sind die in der Bevölkerung verbreiteten Vorbehalte gegen die Einnahme von Kortison in diesem Falle nicht berechtigt.

Sollte Ihre Ärztin/Ihr Arzt ein nicht steroidales entzündungshem-mendes Medikament (z.B. ein Diclofenacpräparat) rezeptiert haben, so gilt ebenfalls, daß das Mittel mindestens 6-8 Wochen eingenommen werden muß und ein verfrühtes Absetzen eben-falls zu Rückschlägen führen würde. Als Nebenwirkungen kön-nen bei diesen Präparaten entzündliche Reizungen der Magen-schleimhaut auftreten, weshalb diese Präparate bei bekanntem Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür nicht verabreicht werden sollten. Gegebenenfalls kann zusätzlich ein Mittel, das einer Entzündung der Magenschleimhaut entgegenwirkt, verabreicht werden.

Weiterer Verlauf: die Erkrankung heilt in der Regel im Verlauf von 2-3 Monaten folgenlos ab. Gelegentlich sind im Ultraschall noch Restzustände der Entzündung auch über längere Zeit nachweisbar. Die Schilddrüsenstoffwechsellage bleibt in der Mehrzahl der Fälle normal.

Da es in Einzelfällen zu einer Unterfuktion der Schilddrüse kommen kann, sind regelmäßige Kontrollen auch nach der akuten Krankheitserscheinung dringend zu empfehlen, in den ersten zwei Jahren nach Diagnosestellung in vierteljährlichen Abständen. Nach Ablauf von 2 Jahren können die Kontrollin-tervalle auf ein halbes Jahr, später dann auf ein Jahr verlängert werden.

Abschließend noch eine Bemerkung: nicht immer ist die Erkrankung leicht zu erkennen, da sie ein buntschillerndes, stark wechselndes Beschwerdebild hervorrufen kann. Oft werden von den Kranken Ärzte verschiedener Fachrichtungen aufgesucht (Allgemeinärzte, Internisten, HNO-Ärzte, Neurologen, Orthopä-den, Rheumatologen, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen, sogar Zahnärzte). Wegen der Verwechslungsgefahr mit ähnlichen Erkrankungen ist eine exakte Diagnosestellung unerlässlich, die vielfach die Zusammenarbeit des Facharztes für Allgemeinme-dizin bzw. Internisten oder auch der behandelnden Ärzte anderer Fachrichtungen mit einem Spezialisten erfordert. Beim Facharzt für Nuklearmedizin stehen sämtliche Methoden, die zur Abklärung dieses Krankheitsbildes erforderlich sind, zur Verfügung.